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Momente, die man nicht verpassen darf...

Aktualisiert: 6. März 2023

Wie ihr bestimmt jetzt schon öfter von mir auf Instagram und auch hier auf meinen Blog gelesen habt, liegt mir die emotionale Hochzeitsfotografie ganz besonders am Herzen. Dazu gehört, dass ich nicht nur die großen Momente einer Hochzeit fotografiere, sondern auch auf die kleinen, eher „versteckten“ Momente achte. Gerade die können sich im Nachhinein als am wertvollsten herausstellen...


Deswegen möchte ich euch eine kleine Geschichte von einer der Hochzeiten erzählen, die ich fotografisch begleitet habe . Das hier ist ein bei der besagten Hochzeit entstandenes Bild. (von 2021)


Hochzeitsreportage Bremen Botanika

Es zeigt die Braut direkt nach der Trauung zusammen mit ihrem Opa, bevor alle anderen Familienmitglieder zum Gratulieren kamen. Aufgenommen habe ich es in der Botanika in Bremen , eine wirklich wunderschöne Location! Vor allem das Schmetterlingszimmer, welches sich das Paar für ihre Trauung ausgesucht haben. So viele Schmetterlinge sieht man sonst nirgendswo 😻 Der Opa der Braut saß zum Zeitpunkt des Fotos etwas abseits vom Geschehen, da er nicht mehr ganz so agil war. Ich hatte mich gerade unter die Gäste gemischt und den Bräutigam im Fokus, konnte aber erst die Braut nicht entdecken. Als ich sie entdeckte, sah ich wie sie zu ihrem Opa lief (4.5Meter von mir entfernt). Kennt ihr das, wenn euer Herz und euer Bauchgefühl versuchen euch etwas zu sagen? Mein Innerstes hat mir in dem Moment geradeso zugeschrien: „RENN HIN, RENN HIN! Du darfst diesen Moment unter keinen Umständen verpassen!!“ Also fing ich an loszusprinten. In diesen Momenten heißt es dann „Aus der Baaaahn, hier kommt Maylin :D“. Dafür würde ich auch über Tische springen – Spaß! Oder doch nicht?😁 Manchmal wünsche ich mir in diesen Sekunden die Superkräfte von Flash hihi. Das wäre bestimmt mega praktisch! Ich kam bei den beiden an und sprintete gerade noch rechtzeitig neben den beiden, um diesen einen besonderen umarmenden Moment aufzunehmen. Schließlich wollte ich beide Gesichter auf dem Foto haben und nicht nur eines. Zur Sicherheit fotografiere ich in solchen Momenten eine ganze Sequenz an Fotos schnell hintereinander, um auch wirklich diese eine richtige Szene im Kasten zu haben. Da sortiere ich lieber im Nachhinein mehr raus bei der Bildauswahl, als ein Foto zu wenig zu haben! Das war auch gut so, denn einige Monate später bekam ich über Instagram eine Nachricht der Braut. Sie schrieb mir wie viel ihr genau dieses eine Foto bedeutet und sie mir unglaublich dankbar dafür ist. Für diesen besonderen festgehaltenen emotionalen Moment 💞 Der Opa sei in der Zwischenzeit verstorben und das Foto ist eine Erinnerung an einen der letzten gemeinsamen Momente. Gerade dadurch liege es ihr sehr am Herzen. 💞 Boah, wenn ich daran denke, bekomme ich immer wieder Gänsehaut. Es hat mich zu Tränen gerührt und tut es jetzt auch immer noch jedes Mal, wenn ich daran denke. Genau das ist die tiefe Bedeutung hinter Fotografien und was für einen nachhaltig unbezahlbaren Wert ein gutes Foto hat. Die Umarmung der Enkelin mit ihrem Opa für die Ewigkeit festgehalten – ein so stiller, aber umso bedeutsamer Moment. Solche Momente können einem aber schnell entgehen, daher muss ich immer zu 100% auf Zack sein und ständig die Augen offenhalten. Ich „scanne“ quasi die gesamte Zeit über den Raum, beobachte wer sich mit wem unterhält und wo sich langsam ein verschmitztes Lächeln breit macht oder auch eine Freudenträne sich ihren Weg bahnt. Klick! und es ist für die Ewigkeit festgehalten 😌 Um das zu schaffen, stehe ich die gesamte Hochzeit über unter Strom. Selbst beim Essen halte ich immer wieder Ausschau und prüfe, ob z.B. das Licht gerade perfekt ist für ein Sunset Shooting. Und schon schnappe ich mir das Brautpaar ( natürlich ist das abgesprochen) und „entführe“ das Paar nach draußen. Im Kopf muss ich dabei sehr schnell umschalten und hellwach sein. Ich kann auch nicht – wie man das normalerweise macht – nur die unmittelbare Umgebung um mich herum beobachten, sondern muss den gesamten Raum überblicken. Sozusagen alle Filter abstellen. Das kostet deutlich mehr Energie, ist als Fotografin für mich aber ein Muss. Dazu gehört aber nicht nur das Motiv im Vordergrund zu beachten, sondern auch den Hintergrund im Motiv im Blick zu behalten. Ist er harmonisch oder sind störende Elemente zu sehen, die zu sehr ablenken? Muss ich nochmal meine Perspektive ändern? Passt das Licht? Brauche ich eventuell meinen Blitz (ist der gerade außer Reichweite?) oder kann ich das im Nachgang am PC regeln? All dies muss sehr schnell gehen, ansonsten ist der Augenblick vorbei. Noch während ich auf ein Motiv zusteuere, muss aber auch die Kamera eingestellt werden. Damit die Fotos so werden, wie sie bei mir typischerweise aussehen, muss ich im manuellen Modus statt mit einer Automatikeinstellung fotografieren. Nur so habe ich die komplette Kontrolle über das Ergebnis habe. Das heißt aber auch, dass ich das Bokeh, die Helligkeit und die Schärfe vom Bild alles immer wieder per Hand einstellen muss. In solchen beschriebenen Blitzmomenten eine Herausforderung –da muss jeder Handgriff sitzen! Berufserfahrung und Übung hilft ungemein dabei. Also: auch wenn es am Ende „nur“ ein schneller Knopfdruck ist, es kostet ganz viel Überlegung, Erfahrung und auch Energie, wenn man solche Zwischenmomente, Millisekunden, festhalten möchte. Jeder Fotograf oder Fotografin liegt unterschiedliche Werte für sich fest und fotografiert entsprechend. In meinem Fall habe ich den Anspruch auch die flüchtigen Zwischenmomente, die nur wie ein kurzer Windzug präsent sind, für euch festzuhalten. 😌 Denkst du jetzt „Diese Detailverliebt möchte ich auch auf meiner Hochzeit!“? Dann kontaktiere mich doch gerne ☺️ Deine Maylin

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